
Wenn du die ABA-Form als Modell für Lieder schon kennst: In diesem Tutorial kannst du die ABA-Form in Menuetten, Arien, Sinfonien und Sonaten entdecken. Die Online-Fassung dieser Lerneinheit wurde gegenüber der Druckfassung erweitert.
Den Arbeitsbogen zu dieser Einheit (für dein Tablet oder zum Ausdrucken) kannst du die hier herunterladen:
Das Menuett (ABA) (PDF)
Inhalt
Das Menuett (ABA)
Über das ABA-Formmodell lassen sich viele Menuette angemessen beschreiben, so dass manchmal, wenn von einer ›Menuett-Form‹ gesprochen wird, eigentlich die dreiteilige ABA-Form gemeint ist (die ABA-Form konntest du bereits bei den Liedformen kennen lernen).
Menuette waren Tanzsätze im 3/4-Takt, mit denen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sogar das Komponieren gelehrt wurde. Wolfgang Amadé Mozart zum Beispiel hat bereits mit vier Jahren sein erstes Menuett komponiert. Und in einer zu Mozarts Zeiten bekannten Kompositionsschule von Joseph Riepel kann man lesen:

Lizenz: CC0-1.0
Modelle
Das Ende des A-Teils kannst du am Menuett am einfachsten am Doppelstrich erkennen, wobei eine Wiederholung des A-Teils typisch ist. Das Zeichen dafür im Notentext sieht sieht folgendermaßen aus: :|] Hinsichtlich der Länge lassen sich zwei Modelle unterscheiden. Im ersten sind die A-Teile gleich lang (z.B. 8 + 8 + 8):
Modell 1
Ein Menuett, nichts anderes als eine Arie, Sonate oder Sinfonie?
Besonders wichtig an dem Zitat oben ist, dass der Lehrer Menuett, Sonate und Sinfonie »der Ausführung nach« als gleich ansieht. In Bezug auf die Form ist das offensichtlich, denn Menuette, Arien, Konzerte und Sinfonien lassen sich in der Regel angemessen über die ABA-Form beschreiben. Die folgenden Diagramme veranschaulichen den Sachverhalt:
