Die Reprise

Hier erfährst du, was eine Reprise ist und welche Strategien es gibt, die Wiederkehr von Musik zu inszenieren, die man am Anfang des Stücks schon einmal gehört hat.

Den Arbeitsbogen zu dieser Einheit (für dein Tablet oder zum Ausdrucken) kannst du die hier herunterladen:
Die Reprise (PDF)

Inhalt

Der Begriff der Reprise bezeichnet in Sonaten oder Sinfonien die Wiederkehr von etwas, das man in diesem Stück schon einmal gehört hat. Eine Reprise kann dabei so aufwendig komponiert worden sein, dass es »jeder Esel« hört (das hat Johannes Brahms einmal in einem anderen Zusammenhang gesagt, aber wie er es gemeint hat, passt hier sehr gut). Oder die Reprise ist ganz unscheinbar, so dass man Noten benötigt, um den Zeitpunkt überhaupt genau bestimmen zu können. Kehrt mit der Reprise der Anfang des Stücks wieder, wird das um 1800 üblicherweise als ein sehr auffälliges Ereignis gestaltet. Beginnt die Reprise hingegen nicht mit dem Anfang der Exposition (z.B. mit der Überleitung oder dem Seitensatz), dann ist sie meist etwas schwieriger zu erkennen.

Reprisen kann man nicht nur hören, in sinfonischer Musik man kann sie sogar auch sehen. Denn in einer Reprise werden ja längere Strecken aus der Exposition wiederholt, die dann natürlich in einem Lautstärkediagramm auch genauso aussehen. In der Abbildung unten siehst du den ganzen ersten Satz der Sinfonie Nr. 2 Op. 36 in D-Dur von Ludwig v. Beethoven.

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Ludwig van Beethoven, Sinfonie Nr. 2 in D-Dur Op. 36, Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan, Erstveröffentlichung: 1953, Lizenz: Public Domain/CC0-1.0

In Klaviermusik der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (also zwischen 1750 und 1800) war die Reprise der Exposition sehr ähnlich und wies bis auf den sogenannten Tonartenausgleich kaum Änderungen gegenüber der Exposition auf.

Durch ein kleines Experiment kann man die Ähnlichkeit von Exposition und Reprise hörbar machen. Hierzu muss man nur in einem Audio-Schnittprogramm die Exposition und die Reprise gleichzeitig abspielen.

Aufgaben

  1. Untersuche genau den Lautstärkeverlauf (oben) des ersten Satzes der Sinfonie Nr. 2 in D-Dur von Ludwig v. Beethoven. Zeichne in das Diagramm ein, wo du die Reprise vermutest. Begründe deine Auffassung. Gibt es weitere Auffälligkeiten in dem Diagramm, aus denen du etwas schließen kannst?
  2. Hört euch fünf Ausschnitte aus Sinfonien und Konzerten verschiedener Komponisten an. Kannst du allein über die Art, wie der Komponist die Reprise in Szene gesetzt hat, erkennen, wo die Reprise beginnt? Diskutiert eure Ergebnisse und beschreibt, woran ihr die Reprise erkennen konntet.
  3. Recherchiere im Internet, was es mit dem ›Tonartenausgleich‹ in einer Sonaten hauptsatzform auf sich hat.