Gleichgewichtsformen: Das Menuett (ABA)

Einfache Menuette wurden früher mithilfe von Wendungen komponiert (bzw. improvisiert), die allen Musikerinnen und Musikern bekannt gewesen sein dürften. Im Folgenden kannst du ein Menuett komponieren bzw. aus solchen Wendungen selbst zusammenstellen.

Den Arbeitsbogen zu dieser Einheit (für dein Tablet oder zum Ausdrucken) kannst du die hier herunterladen:
Menuette komponieren (PDF)

Inhalt

Um 1750 hatten Menuette die folgende Form:

  1. Ein erster Viertakter beginnt und endet in der Grundtonart (I. Stufe),
  2. ein zweiter Viertakter endet mit einer Kadenz in der Oberquinttonart (V. Stufe),
  3. es folgt ein dritter Viertakter und
  4. abschließend wird der zweite Viertakter wiederholt, der nun allerdings mit einer Kadenz in die Grundtonart führt (und das Menuett abschließt).

Die Tonart des Menuetts, das hier komponiert werden soll, ist C-Dur. Kleine Hilfe: Ein Menuett beginnt und endet immer in der Grundtonart und eine harmonische Sequenz ist für den dritten Viertakter eines Menuetts typisch. Harmonische Sequenzen kann man (hörend und auch im Notenbild) daran erkennen, dass Melodien mit ihren Harmonien im Klangraum nach oben oder unten verschoben werden.

Wendung a

--:-- / --:--

Wendung b

--:-- / --:--

Wendung c

--:-- / --:--

Wendung d

--:-- / --:--

Aufgaben

  1. Höre dir die Wendungen a-d an und köre sie dir nacheinander in verschiedenen Kombinationen an. Wie würdest die Viertakter zu einem Menuett in C-Dur anordnen?
  2. Die ersten acht Takte eines Menuetts führen von der I. Stufe zur V. Stufe. Vergleiche diese Anlage mit der harmonischen Anlage in einer Triosonate von A. Corelli (S. 16/17). In der Triosonate von Corelli gab es eine mittlere Kadenz in der Paralleltonart (VI. Stufe). Welche Rolle spielt die Harmonie der VI. Stufe in dem Beispielmenuett?
  3. Du hast hier schon erfahren können, dass man im 18. Jahrhundert der Meinung war, Menuett, Sonate und Sinfonie seien »der Ausführung nach« gleich. Diese Aussage bezieht sich auch auf den harmonisch-formalen Verlauf von Kompositionen. Wenn du kannst, bestimme die Harmonien
    • in den jeweils ersten und letzten Takten der vier Wendungen (wenn sie eine Bassstimme haben) und
    • in der Wendung a.