Inhalt
Herangehensweise
Die Schüler*innen üben alleine im Wechsel mit ihrem Mitschüler an einem Klavier (nach Absprache mit Lehrkraft) wie auf dem Arbeitsblatt beschrieben eine Version des Liedes. Die Durchführung orientiert sich am verlinkten YouTube Video (Video und PDF s. unten!)
Zu beachtende Punkte sind:
- sauberes Einzählen (6/8-Takt)
- Tempo halten
Sinnhafte Anbindung an den Musikunterricht
Ziel dieser Einheit ist nicht instrumentaler Klavierunterricht, sondern das handelnde Erschließen der Melodie: Die Lernenden erfahren im eigenen Spiel den 6/8‑Flusscharakter und die Phrasierung der Moldau-Melodie. Nach oder vor dem eigenen Spiel hören die Schüler*innen den entsprechenden Abschnitt aus der Orchesterfassung und vergleichen „ihren“ Klavierfluss mit dem Orchesterfluss. Ebenso ist es sinnhaft und musikalisch bildend, dass die Moldau-Melodie von den Lernenen aus-/umgestaltet wird, so dass das Ursprungsmotiv sich programmatisch verändert. Dies kann auch mit zusätzlichen Instrumenten, Geräuschen, Gesang etc. verwirklicht werden.
Rezeption: Programm-Musik verstehen („Die Moldau“ als Teil von Smetanas Zyklus „Mein Vaterland“), formale Abschnitte hören und benennen (Quellen, Waldjagd, Hochzeit, Stromschnellen, Prag, Mündung usw.).
Gestaltung: Einzelne Abschnitte mit einfachen Mitteln (Klavier, Boomwhackers, Bodypercussion, Orff-Instrumente) nachgestalten oder variieren, um „musikalische Gestaltungsprozesse“ anzuregen.
Reflexion: Verbindung von musikalischem Erleben mit außermusikalischen Bildern (Landschaft, Geschichte, Nationalromantik) und ggf. fächerübergreifend mit Geografie/Geschichte.
Mögliche Stundensequenz
- Einstieg über Hörbild / Bewegung zur Musik (Flussreise).
- Höranalyse der Moldau-Melodie (Tonart, Takt, Phrasen).
- Praxisnote Klavier (dieses Setting).
- Weiterführende Gestaltung (eigene Fluss-Begleitung, Klangcollage, Bild-Musik-Projekt).
Mögliche Bewertungskriterien
Bewertet wird nicht die instrumentale Virtuosität, sondern vor allem das musikalische Verständnis – etwa in Bezug auf Takt, Melodie und Phrasierung. Ebenso im Fokus stehen konzentriertes Arbeiten sowie der erkennbare Versuch, eine eigene Klangvorstellung im Sinne eines musikalischen „Flusses“ hörbar zu machen. Individuelle Voraussetzungen, wie beispielsweise bereits vorhandener Klavierunterricht oder motorische Einschränkungen, werden dabei ausdrücklich berücksichtigt. Die Note spiegelt somit in erster Linie die persönliche Lern- und Entwicklungsleistung wider.
Kriterium | Beschreibung für Musikunterricht (kein Klavierprofil) |
|---|---|
Takt & Tempo | Beginnt im richtigen 6/8‑Puls einzuzählen; hält den Puls grundsätzlich durch; kleinere Unsicherheiten sind erlaubt, solange der Fluss erkennbar bleibt. |
Melodie & Texttreue | Spielt überwiegend die richtigen Töne und Phrasen; Fehler werden selbstständig oder nach kurzem Anlauf korrigiert; Melodie ist eindeutig als „Moldau“ erkennbar. |
Klang & Phrasierung | Unterscheidet zwischen betonten und unbetonten Zählzeiten; kleine Bögen, keine „abgehackten“ Töne; Lautstärke ist der Fluss-Metapher angemessen (kein dauerhaftes „Fortissimo“). |
Musikalischer Ausdruck | Versucht, ein „Flussgefühl“ hörbar zu machen (z.B. leichtes Wogen, Steigerung zu Höhepunkten); wirkt konzentriert und präsentiert das Stück als kleine musikalische Geschichte. |
Bewertungsraster
Um die Lehrkraft bei der Einzelbewertung nicht zu überfordern und gleichzeitig das Kriterienraster und die Punktebewertung transparent zu machen, hat sich ein einfaches Raster mit 3-Punkten bewährt:
- 3 Punkte: weitgehend sicher, musikalische Idee deutlich hörbar.
- 2 Punkte: noch deutliche Unsicherheiten, aber Grundidee erkennbar.
- 1 Punkt: Takt, Melodie oder Fluss kaum erkennbar; Wiederholung / zusätzliche Übezeit nötig.
Quelle: YouTube