Hilfe zum Gehörbildungs-Plugin

Hilfe zum Gehörbildungs-Plugin

Das Gehörbildungs-Plugin ermöglicht aktuell

  • die Eingabe einfacher Notenbeispiele direkt im Browser (im Moment nur über die ABC-Notation),
  • das automatisierte Abspielen der Beispiele (MIDI), das Abspielen des Beispiels über eine MP3-Datei oder über einen externen Link (z.B. von YouTube) und
  • das Erstellen von mehreren Aufgaben, die in einer bestimmten Reihenfolge oder nach dem Zufallsprinzip angezeigt werden.

Ein Beispiel für Gehörbildungsaufgaben

Mögliche Aufgabenstellung:
Notieren Sie jeweils die Oberstimme der folgenden Hörbeispiele. Der Rhythmus, die Tonart und die ersten Noten der zu erkennenden Melodie sind vorgegeben.

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ABC-Notation

Im Gehörbildungsplugin ist aktuell nur eine Noteneingabe über ABC-Notation möglich. Eine Anweisung zur ABC-Notation hat einen

  • Header-Abschnitt zur Angabe von Informationen zur Partitur (z.B. Tonart, Takt, Anzahl der Stimmen usw.) sowie einen
  • Body-Abschnitt für die Noteneingabe.

Das Grundgerüst einer ABC-Notation sieht wie folgt aus:

Beispiel:

X:1
[Partitur-Eigenschaften]
K:
%
[Noteneingabe]

Anmerkung: Die Anzeige wird auch ohne die ›X:1‹- und ›%‹-Zeile funktionieren. Auch die Key-Angabe dürfte an anderer Position keine Fehler erzeugen. Aus Gründen der Kompatibilität und Übersichtlichkeit ist es jedoch empfehlenswert, diese Zeilen zu notieren und die Reihenfolge zu beachten.

Anmerkungen

X: steht für ein Musikstück

Laut Dokumentation sollte eine ABC-Notation immer mit einer Referenznummer beginnen. Diese Nummer wird nach einem X mit Doppelpunkt in der ersten Zeile notiert. Mit der X-Eingabe beginnt der Header-Abschnitt.

K: steht für Key bzw. die Tonart-Eigenschaft.

Laut Konvention soll die letzte Eigenschaft im Header-Abschnitt die K[ey]-Anweisung sein.

% Kommentarzeile

Um Header- und Body-Abschnitt voneinander zu trennen, kann aus Gründen der Übersichtlichkeit das %-Zeichen (für eine Kommentar- bzw. Leerzeile) verwendet werden.

Wichtige Partitur-Eigenschaften

Partitur-Eigenschaften werden im Header-Bereich über Großbuchstaben eingegeben, denen ein ›:‹ und ein Wert folgt. Die nachstehende Tabelle zeigt eine Übersicht über die wichtigsten Partitur-Eigenschaften und mögliche Werte:

Partitur-Eigenschaften

mögliche Werte

M: steht für Meter bzw. die Takt-Eigenschaft

Mögliche Werte sind z.B. 4/4, C, 2/4, 3/2, 7/8 usw. Fehlt die Angabe, wird keine Taktangabe angezeigt.

L: steht für Length bzw. die Länge-Eigenschaft (Standardlänge einer Tonhöhenangabe)

Beispiel: Die Tonhöhenangabe C mit L:1/4 hat die Länge einer Viertelnote. ÜberMultiplikations-, Divisionszeichen und dem >-Zeichen lässt sich die Länge beeinflussen. Im Fall der Anweisung L: 1/4 würde - der Buchstabe C für eine Viertelnote C in der eingestrichenen Oktave stehen,

  • C2 für ein C mit der Länge * 2, also für eine Halbe Note C,
  • C/2 für ein C mit der Länge / 2, also für eine Achtelnote C und
  • das >-Zeichen zwischen zwei gleichlangen Noten punktiert den ersten und verkürzt den zweiten Notenwert entsprechend, ein <-Zeichen verkürzt den ersten und verlängert den zweiten.

K: steht für Key bzw. die Tonart-Eigenschaft.

Mögliche Werte sind C, Gm, C#m, Bb usw., Tonarten über sieben Kreuz- oder B-Vorzeichen sind nicht möglich. Ein fehlender Wert erzeugt ein System ohne Vorzeichen (wie C oder Am).

Tonhöheneingabe

Die Angabe der Tonlänge wurde oben bereits erwähnt, die Angabe der Tonhöhe erfolgt über die englischen Tonbuchstaben [ABCDEFG], wobei die Oktavlage beeinflusst werden kann durch:

  • Groß- und Kleinschreibung (groß = eingestrichene Oktave, klein = zweigestrichene Oktave),
  • ein Komma ›,‹ hinter dem Buchstaben (oktaviert um jeweils eine Oktave nach unten) und
  • ein Apostroph ›'‹ hinter dem Buchstaben (oktaviert um jeweils eine Oktave nach oben).

Wird der Code nachstehende Code in das ABC-Notations-Plugin kopiert und der Schalter MIDI-Sound gewählt, ergibt sich das darunter liegende Notenbeispiel mit dem automatisch generierten – und sehr unnatürlich klingenden – MIDI-Sound:

ABC-Notation für das folgende Notenbeispiel:

X:1
M:3/2
L:1/4
K:D

%
z2 f2 g2 | a4 a2 | b2 a3 g | f4 b2 | a2 g3 g | g2 f2 a2 | g f e3 e | d2

Anmerkung: Die Pipe | zeichnet einen Taktstrich, mit z kann eine Pause notiert werden. Der Anfang z2 bezeichnet eine Pause in der Länge von zwei Vierteln (hat also den Wert einer Halben).

Noteneingabe: z2 f2 g2 | a4 a2 | b2 a3 g | f4 b2 | a2 g3 g | g2 f2 a2 | g f e3 e | d2

Gegenüber dem ABC-Notations-Plugin besteht das Gehörbildungsplugin aus zwei Eingabefeldern sowie einigen zusätzlichen Einstellmöglichkeiten. Das linke Textfeld dient dabei der Anzeige einer Aufgabe, das rechte der Anzeige einer Lösung:

Für eine sinnvolle Gehörbildungsübung müssen nun für die Aufgabenstellung Noten unsichtbar gemacht werden. Das ermöglicht ein x mit einem Längenwert. Der folgende Code beispielsweise würde den ersten Takt des Beispiels oben unverändert anzeigen, die Angabe x6 dagegen sorgt für leere Takte (mit einer Länge von jeweils 6 Vierteln):

ABC-Notation für das folgende Notenbeispiel:

X:1
M:3/2
L:1/4
K:D

%
z2 f2 g2 | x6 | x6 | x6 | x6 | x6 | x6 | x2

Noteneingabe: z2 f2 g2 | x6 | x6 | x6 | x6 | x6 | x6 | x2

Diese beiden ABC-Notationen können nun für eine Gehörbildungsaufgabe in dem Gehörbildungs-Plugin zu einer Aufgabenstellung mit Lösung kombiniert werden:

Im Gehörbildungs-Plugin ermöglicht MIDI (auto) die automatisch generierte Wiedergabe, mit den Schaltflächen Auflösen und Zurücksetzen kann man zwischen der Aufgaben- und Lösungsanzeige wechseln:

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Soll zusätzlich ein Rhythmus vorgegeben werden, ist es für die einheitliche Taktlänge empfehlenswert, eine Akkolade mit zwei Systemen zu verwenden, wobei die obere Stimme (Voice 1 = V:1) die Rhythmus-Vorgabe, die untere (Voice 2 = V:2) die Gehörbildungsvorgabe enthalten soll. Wird die K-Eigenschaft mit der Style-Anweisung style=normal versehen, lässt sich die erste Stimme (V:1) mit einer abweichenden Syle-Anweisung versehen: style=rhythm clef=perc. Auch die Tonartangabe lässt sich für jede einzelne Stimme angeben. Wird der nachstehende Code in das Aufgabenfeld kopiert und derselbe Code mit einer modifizierten letzten Zeile für die Lösung in das Lösungsfeld, dann ergibt sich die darunter abgebildete Gehörbildungsaufgabe:

ABC-Notation für die folgende Aufgabe:

X:1
M:3/2
L:1/4
K:D
%
V:1 style=rhythm clef=perc
K:C
z2 B2 B2 | B4 B2 | B2 B3 B | B4 B2 | B2 B3 B | B2 B2 B2 | B B B3 B | B2
V:2 style=normal
K:D
z2 f2 g2 | x6 | x6 | x6 | x6 | x6 | x6 | x2

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Spätestens in dieser Aufgabenstellung dürfte unstrittig sein, dass die automatisierte MIDI-Wiedergabe nicht nur ästhetisch, sondern auch technisch unbrauchbar ist. Es besteht die Möglichkeit, eine (extern erstellte) Audiodatei auf den Server zu laden, die mit der Gehörbildungsaufgabe zum Vorspielen verbunden werden kann:

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Auch ein gesampeltes Audiofile kann ästhetisch unbefriedigend sein, ein musikalisch eingespieltes Melodiebeispiel (ohne Kontext) kann dagegen rhythmisch ungenau wirken. Da sich der Audioplayer mit einem externen Link (z.B. von YouTube) verwenden lässt, ist es möglich, echte Musik in Form von Musikaufnahmen zu verwenden, wozu das Beispiel ggf. transponiert und die Aufgabenstellung angepasst werden muss, z.B.:

Notieren Sie die Oberstimme des Beginns der Triosonaten Op. 1, Nr. 5 in B-Dur von A. Corelli:

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Mit dem Gehörbildungs-Plugin lassen sich nun Aufgaben in einem bestimmten Schwierigkeitsgrad oder für spezifische Anforderungen zu einer Einheit kombinieren. Dafür gibt es den +-Button zum Erstellen weiterer Aufgaben sowie die Felder »wie angegeben« oder »zufällig«, um die Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge oder eine Zufallsreihenfolge wiederzugeben.


Style-Guide für gute Gehörbildungseinheiten

Viele einzelne Gehörbildungsaufgaben in einem Dokument als Bild und Audiodatei, ohne Kommentar und Kontext sind vielleicht für einen bestimmten Anlass hilfreich, dürften jedoch für die meisten wenig nützlich sein. Deswegen sind solche Dokumente etwas für den privaten Bereich.

Ziel im öffentlichen Bereich der Open Music Academy ist es, didaktisch konzipierte Gehörbildungseinheiten mithilfe des Gehörbildungsplugins zu erstellen und diese Einheit mit einem hilfreichen Kontext zur Verfügung zu stellen. Mindestens die folgenden Fragen sollten sich Nutzer:innen einer Gehörbildungseinheit beantworten können:

  • Was werde ich in der Gehörbildungseinheit konkret lernen?
  • Wofür benötige ist das erlernte Wissen?
  • Welchen Schwierigkeitsgrad hat die Gehörbildungseinheit?
  • Welche Fähigkeiten muss ich für diese Gehörbildungseinheit mitbringen?
  • An welchen Stücken lerne ich in dieser Gehörbildungseinheit? (Quellenangabe)

Das nachstehende Gehörbildungs-Plugin enthält drei Corelli-Beispiele für Melodien (Dur/Moll) im Klangraum von maximal einer Oktave. In der Praxis können Gehörbildungs-Plugins jedoch gut 5, 10 oder mehr Einzelbeispiele enthalten. Am besten, man stellt sich ein Gehörbildungs-Plugin wie einen Container vor, der thematisch zusammengehörige Beispiele für Nutzer:innen bündelt und sie als Übung anbietet. In einem abschließenden Abschnitt in Gehörbildungseinheiten wäre es hilfreich, wenn weiterführende Übungen oder Aufgaben zur Wiederholung verlinkt werden könnten.

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Weiterführende Links

Zur Weiterarbeit bieten sich die folgenden Tutorials an (die Links sind nur Beispiele und funktionieren nicht):

Übe-Zone für die ABC-Notation

Mit dem folgenden Online-Editor können Sie die Eingabe von ABC-Notationsbeispielen üben. Um sich den Einstieg zu erleichtern: Beginnen Sie, indem Sie die Codebeispiele in den blauen Feldern oben in den Editor kopieren:

License: CC BY-SA 4.0 (any later version)
Source: openmusic.academy, Article “Hilfe zum Gehörbildungs-Plugin”, https://openmusic.academy/docs/fCmUiLwU9obwcqt29M5sPJ/hilfe-gehoerbildungs-plugin, 09/28/2022, 2:58 PM
Contributions by: Ulrich Kaiser, Ilka Mestemacher

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