SongwrAIting – Mit KI Musik produzieren und für den Musikunterricht einsetzbar machen
Infos für Fortbildende
Wie kann Songwriting mit KI als eine postdigitale Songwritingpraktik in den Musikunterricht integriert werden? In diesem Selbstlernmodul wird vorgestellt, wie Songwriting mit KI praxisnah und kritisch reflektiert in den Musikunterricht integriert werden kann. Sie erhalten einen Überblick über KI-Tools und deren Potenziale für verschiedene Phasen des Songwritings. In einer angeleiteten Arbeitsphase wird mithilfe der browserbasierten Anwendungen AIVA und fobizz sowie der Digital Audio Workstation (DAW) GarageBand einen eigenen Song mit Coverbild erstellt. Die entwickelten Aufgabenformate wurden erfolgreich am Oberstufenkolleg Bielefeld, in Hochschulseminaren und Lehrkräftefortbildungen in verschiedenen Bundesländern erprobt.
Für die Durchführung benötigen Sie jeweils ein Tablet mit einer DAW. In unseren Beispielen wird am iPad mit der App GarageBand sowie einem kostenlosen Account für die browserbasierten Anwendungen AIVA und fobizz gearbeitet.
Inhalt, Aufbau und Organisatorisches
Dieses Modul enthält theoretischen und praktischen Input zum Umgang mit KI in musikbezogenen Kontexten und stellt Beispiele für KI-Musik, KI-Softwares sowie Aufgabenformate für den (Musik-)Unterricht vor. In den praktischen Aufgaben werden die Softwares fobizz und AIVA genutzt. Die Bearbeitungszeit inklusive der Dauer für die praktischen Aufgaben umfasst ca. 3 Stunden. Die Erstellung eines kostenlosen Accounts bei fobizz und AIVA ist für die Durchführung der praktischen Aufgaben erforderlich.
Dieses Online-Modul versteht sich als Self-Learning-Tool im Videoformat für Multiplikator:innen und Lehrkräfte. Das Videotutorial wird in Kürze zur Verfügung gestellt. Es wird empfohlen, die gelernten Inhalte in Präsenz an Schüler:innen weiterzugeben. Bei Bedarf können Ausschnitte aus dem Videotutorial in der Lehre gezeigt werden.
Hintergründe & Querschnittsthemen
Die fortschreitende Verfügbarkeit generativer KI-Tools (GenAI) sowie deren zunehmende Nutzung durch Schüler:innen verlangen von Lehrkräften neue Kompetenzen im Umgang mit KI in Bildungskontexten. Die UNESCO (2023) empfiehlt in ihrem globalen Leitfaden zur generativen KI explizit die Einführung altersgerechter KI-Bildung sowie gezielte Lehrkräftequalifi-zierung. Dabei wird ein Mindestalter von 13 Jahren für den Einsatz von KI im Klassenzimmer empfohlen ebenso wie die Einhaltung von Datenschutzstandards. Auch das European Framework for the Digital Competence of Educators (Redecker, 2017) fordert die kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Handlungskompetenz von Lehrkräften. Ziel des Fortbildungsmoduls ist es, Lehrkräfte im Fach Musik, Fortbildner:innen und Multiplikator:innen dazu zu befähigen, KI-gestütztes Songwriting didaktisch sinnvoll in den Unterricht zu integrieren. Die Teilnehmer:innen lernen sowohl technische als auch didaktisch-reflexive Aspekte des KI-Einsatzes kennen, um die kreative Arbeit mit Musikproduktion, Text, Stimme und Bild im Musikunterricht zu erweitern. Dabei betrachtet das Unterrichtsmodul SongwrAIting KI-Anwendungen als ein kreatives Werkzeug, mit dem durch entsprechenden Umgang ein bedeutungsvoller Song erschaffen werden kann. Dies entspricht dem von der UNESCO empfohlenen human centered approach to AI (UNESCO, 2023), welcher auf einem auf den Menschen ausgerichteten KI-Ansatz basiert, der dafür plädiert, dass der Einsatz von KI im Dienste der Entwicklung menschlicher Fähigkeiten für eine integrative, gerechte und nachhaltige Zukunft stehen sollte. Doch welche musikalischen Kompetenzen braucht es im digitalen Zeitalter? Väkevä (2013) formuliert hierzu, basierend auf Hugill (2008) , folgende vier Kompetenzbereiche:
- „Aural awareness“, Hörfähigkeit, welche ein tieferes Verständnis für Klangqualitäten umfasst;
- „Musical ability“, die Fähigkeit vielfältige Musik mit neuen Technologien zu kreieren;
- „Technical skills“, welche sich auf das „recording, producing, processing, manipulating and disseminating music and sound using digital technologies“ (ebd.) bezieht sowie
- „Cultural knowledge“, welche die Fähigkeit umfasst, sich in lokalen und globalen Musikkulturen zu verorten und kulturelle Entwicklungen kritisch-reflexiv be-urteilen zu können.
Jede dieser vier Kompetenzen lassen sich im Musikunterricht mit einem reflektierten Einbezug von Künstlicher Intelligenz im Musikunterricht erwerben: Die Hörfähigkeit lässt sich z. B. durch kritisches Analysieren von KI-generierter Musik trainieren und mit verschiedensten KI-Tools musizieren zu lernen, steigert automatisch musikalische und technische Fähigkeiten. Besonders wichtig für den Musikunterricht ist es auch, den Schüler:innen die Werkzeuge und das kulturelle Wissen mitzugeben, die KI-generierte Musik verorten und kritisch-reflexiv beurteilen zu können.
Die kombinierte Arbeit mit den KI-Anwendungen AIVA, fobizz sowie mit einer DAW eröffnet genau diesen Raum für kreatives Arbeiten und ist daher mit dem Konzept des Making, dem Ansatz des Selbstmachens von (Musik-)Produkten, vereinbar. Dadurch wird ein selbstorganisiertes, problem- und projektorientiertes Lernen und Lehren gefördert (Späth et al. 2019, Schlemmer et al. 2023). Dies fügt sich ebenso mit dem Konzept des Deeper Learning (Sliwka & Klopsch, 2022), an dessen Ende die authentische Leistung steht, die am Beispiel eines fertigen Songs ersichtlich wird.
Neben der Förderung einer reflektierten Umgangsweise mit Technologien seitens der Schüler:innen wird durch Tools (wie AIVA) ein niedrigschwelliger Zugang zu Musikproduktion bzw. professioneller Songproduktion möglich, auch ohne umfangreiche musikalische oder technische Vorkenntnisse. So wird der Prozess inklusiver und ermöglicht Teilhabe für eine heterogene Schüler:innenschaft. Der kreative Einsatz von KI im Musikunterricht bietet zudem die Möglichkeit grundlegende ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen rund um KI, Urheberrechte und kreative Autor:innenschaft zu thematisieren.
- SongwrAIting – Mit KI Musik produzieren und für den Musikunterricht einsetzbar machen
Unter diesem Link gelangen Sie zum Fortbildungsmodul "SongwrAIting", welches aus einem Videotutorial besteht. Für Fortbildende und Multiplikator:innen wird zudem eine PowerPoint Präsentation für eigene Präsenzfortbildungen zur Verfügung gestellt.

Lizenz: Die abgebildeten Logos sind von der CC-BY-SA-4.0 Lizenz ausgenommen.
Die Entwicklung und Erbringung dieser Fortbildung durch die Universität zu Köln ist Teil des Projektes COMeNET ARTS MUSIK. COMeNET ARTS MUSIK ist Teil des Verbundvorhabens COMeARTS: fortbilden durch vernetzen - vernetzen durch fortbilden. COMeARTS ist wiederum Teil des Verbundes lernen:digital Kompetenzzentrum Musik/Kunst/Sport.
Die Entwicklung und Erstellung der ursprünglichen Version dieser Materialien ist finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Weitere Informationen finden Sie unter lernen.digital. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der/des Autor:innen und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union, Europäischen Kommission oder des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wider. Weder Europäische Union, Europäische Kommission noch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend können für die Inhalte verantwortlich gemacht werden.
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Quellenverzeichnis
- Fobizz. (2025). Ist die Nutzung der KI-Tools auch mit Schüler*innen datenschutzrechtlich sicher möglich? https://app.fobizz.com/de/help/articles/368-ki-tools-datenschutz
- Hugill, A. (2018). The digital musician. Routledge.
- Holmes, W., & Miao, F. (2023). Guidance for generative AI in education and research. UNESCO Publishing. https://doi.org/10.54675/EWZM9535
- Redecker, C. (2017). European framework for the Digital Competence of educators: DigCompEdu (EUR 28775 EN). Punie, Y. (Hrsg.). Publications Office of the European Union. https://doi.org/10.2760/159770
- Sliwka, A., & Klopsch, B. (2022). Deeper Learning in der Schule: Pädagogik des digitalen Zeitalters. Beltz.
- Schlemmer, D., Schmidt, C., Bauer, K., Canz, M., Sänger, V., & Sedlmeier, T. (2023). KI Kompetenz fördern: Pädagogisches Making in der Hochschullehre. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik, 23, 1-14.
- Späth, K., Seidl, T., Heinzel, V. (2019): Verbreitung und Ausgestaltung von Makerspaces an Universitäten in Deutschland. In: O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal (Herausgeber VDB), 6 (3), S. 40–55. https://doi.org/10.5282/o-bib/2019H3S40-55.
- Väkevä, L. (2013). Digital Musicianship in the late modern culture of mediation: Theorizing a new praxis for music education from a pragmatist viewpoint. Journal of Pedagogy and Psychology. „Signum Temporis“, 6 (1), 38–47.
- Songwriting mit Künstlicher Intelligenz. Digitale Partner im kreativen Prozess?!.
Weiteres Material zum Thema Songwriting mit KI, entwickelt durch die Hochschule für Musik Freiburg und die Pädagogische Hochschule Freiburg in Kooperation mit Fortbildnern des ZSL Freiburg als Teil des Projektes KuMuS-ProNeD, finden Sie hier.
