OMA verstehen

Inhalt

Offenheit und Exklusivität

Die Idee der Open Music Academy lässt sich am besten Verstehen, wenn man sich ein Kontinuum vorstellt, an dessen einem Ende Offenheit und an dessen anderem Ende Exklusivität steht:

Offenheit

 

Exklusivität

  • Freie Software und/oder Open-Source
  • offene Lizenzen für freie Nutzung
  • gemeinschaftliche Weiterentwicklung

Programmierung

  • proprietäre Software
  • keinen Einblick in den Quellcode
  • eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten
  • gemeinschaftliches Gut
  • freie Zugänglichkeit
  • freie Nutzung

Kunst

  • Erzeugnis einer Persönlichkeit
  • Ausdruck für Individualität
  • Verwertung der Einzigartigkeit
  • freier Zugang zu Wissen (z. B. Open Educational Practise, Wikipedia, MOOCs)
  • kollaboratives Lehren & Lernen
  • Demokratisierung von Wissen durch Digitalisierung
  • Förderung von Austausch und Innovation

Bildung

  • privilegierte Gruppen (z. B. private Universitäten und Schulen)
  • hierarchisches Lehren & Lernen
  • Begrenzung durch Kosten oder Zulassungskriterien
  • Bewahrung von Tradition und Elitenbildung

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts schienen die Ordnungen in der Kunstwelt stabil zu sein. Kunst ist geschichtlich gewachsener Bestandteil unserer Kultur und die Stellung von Künstler:innen sowie die des Urheberrechts sind historisch verständlich: Musik und Kunst haben sich aus rituellen und religiösen Kontexten gelöst, wobei deren Abhängigkeiten von der Kirche über die feudalen Höfe und das Bürgertum bis ins Urheberrecht führten. Um die Jahrhundertwende (und auch noch danach) wird Kunst deshalb als Ausdruck einer sog. Künstlerpersönlichkeit verstanden und entsprechend vermarktet. Geschützt wird die Künstlerpersönlichkeit durch das Urheberrechtsgesetz und deshalb spiegelt alles, was das Urheberrechtsgesetz umfasst, das Prinzip der → Exklusivität wider.

Offenheit als Ideal

Im 21. Jahrhundert sind die Ordnungen der Kunstwelt sowie traditionelle Denkvorstellungen stark in Bedrängnis geraten. Denn digitale Innovationen und offene Lizenzen, die eine globale Zusammenarbeit der größten Unternehmen ermöglichen, treiben eine Entwicklung voran, die geschlossene (exklusive) Systeme zunehmend unter Druck setzen. Davon sind keineswegs nur die Ordnungen der Kunst betroffen, sondern auch die politischen und wirtschaftlichen Ordnungen gleichermaßen. Die Idee der Open Music Academy folgt dem Prinzip → Offenheit und möchte nach dem Vorbild der Wikipedia hochwertige Open Educational Resources bereitstellen, die leicht zugänglich sind und ein chancengerechtes, inklusives und effektives Lernen auch im Bereich der Musik ermöglichen.

Die Idee der OMA ...

Die Idee der Open Music Academy (OMA) besteht darin, Musikerinnen und Musikern die Gelegenheit zu geben, zusammenzuarbeiten und sich für eine bessere musikalische Bildung in unserer Gesellschaft zu engagieren. Sie ist inspiriert von Wikipedia und erfolgreichen Open-Source-Projekten, die zeigen, wie viel sich durch gemeinschaftliche Arbeit in der Gesellschaft verändern lässt. Die OMA hat das Ziel, den fachlichen Austausch zu fördern und die gemeinsame Arbeit allen Interessierten zur Verfügung zu stellen, um das Menschenrecht auf freie Bildung auch im Bereich der Musik zu unterstützen.

Open Educational Resources

Was Open Educational Resources (OER) sind, lässt sich sehr einfach verstehen:

OER sind, was Urheber*innen mit einer Creative-Commons-Lizenz versehen haben.

Denn die Creative-Commons-Lizenzen garantieren Rechtssicherheit in der Nachnutzung und ermöglichen auf diese Weise Nachhaltigkeit in der Bildung. Die OMA stellt offen zugängliche, frei nutz- und veränderbare Lerninhalte rund um Musik bereit.

UNESCO-Definition von OER

Nur in Ausnahmefällen wirst du urheberrechtlich geschützte Materialien auf der OMA finden, wenn z.B. Quellen im Rahmen des Zitatrechts (UrhG § 51) verwendet werden. Alle anderen Materialien wie z.B. die Einbindung von Musik über YouTube, zählen nicht zu OER, auch dann nicht, wenn sie über Links in OMA-Dokumente integriert worden und außerhalb der OMA kostenlos zugänglich sind. Die OMA hostet diese Inhalte nicht und Aufrufe werden außerhalb der OMA registriert. Mit deiner Einwilligung zu den Cookies hast du z.B. der Nutzung von YouTube-Inhalten zugestimmt. Es ist bedauerlich, dass Links auf YouTube notwendig sind, jedoch nur auf diese Weise ist es aktuell möglich, im Rahmen von OER urheberrechtlich geschützte Musik (z.B. Popsongs) zum Thema zu machen.

Vorsicht beim Hochladen von Dateien

In den öffentlichen Bereich darfst du nur Materialien unter Creative-Commons-Lizenz hochladen. Das Lizenz-Tag »Alle Rechte vorbehalten« ist lediglich dafür gedacht, urheberrechtlich geschütztes Material zu kennzeichnen, das du im Rahmen des Zitatrechts (UrhG § 51) verwenden möchtest. Wenn du jedoch dieses Tag vergibst, solltest du sehr genau wissen, was du tust. Denn falls du dich irrst, kann das zivilrechtliche Konsequenzen haben und teuer werden!

Einfache Idee! Einfache Praxis?

Die Idee der OMA ist einfach, doch in der Praxis treten erfahrungsgemäß Probleme auf. Hier erfährst du, welche Probleme typisch für Musikerinnen und Musiker sind und wie du dabei helfen kannst, dass es auf der OMA friedlich zugeht.

Die Praxis in der Idee

Für diese Zusammenarbeit bietet die OMA dir ein einzigartiges Konzept aus öffentlichem Wiki und privaten Räumen. Öffentliche Materialien lassen sich schnell und einfach in einen privaten Raum kopieren, wo sie individuell angepasst und verwendet werden können. Werden die Materialien im privaten Bereich weiterentwickelt, können sie anschließend allen Menschen im öffentlichen Bereich wieder zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass diese Materialien mit der CC-BY-SA-Lizenz (Standard-Lizenz der OMA) kompatibel sind. Die Abbildungen veranschaulichen das mögliche Zusammenspiel der beiden Bereiche:

Wenn du dich auf der OMA aktiv beteiligen möchtest, solltest du vorher einige Dinge bedenken. Die wichtigsten sind:

  • A: Du engagierst dich primär aus einem sozialen Impuls heraus. Das heißt unter anderem, dass du für dein soziales Engagement auf der OMA kein Geld erwartest.

  • B: Du freust dich darüber, wenn deine Leistungen von anderen angenommen, verbessert, aktualisiert und weiterentwickelt werden, weil du an die Kraft der Zusammenarbeit einer Community glaubst.

  • C: Du bist bereit anzunehmen, dass deine Leistung als Urheber oder Urheberin lediglich Teil einer Kette von Leistungen ist. Du integrierst dich in die Menge der Teilgebenden, auch wenn dein Beitrag vielleicht der Kopf dieser Kette ist. Deine Leistung ist über die Versionshistorie auf der OMA dokumentiert, und damit bist du zufrieden.

  • D: Du machst keine Änderungen einfach rückgängig, wenn dein Beitrag durch andere begründet verändert worden ist. Wenn du nicht einverstanden bist, versuchst du, den Grund der Änderung zu verstehen und kannst mit daran arbeiten, dass die verschiedenen Sichtweisen auf ein Thema geordnet und verständlich werden. Wenn du dabei etwas Fachliches mit einem anderen Mitglied der Community diskutieren möchtest, kannst du dafür auch die Kommentarfunktion im Fußbereich der Dokumente verwenden.

Probleme in der Praxis: Fragen & Antworten

Die folgenden Fragen und Antworten sollen helfen, Probleme zu veranschaulichen, die erfahrungsgemäß für Musikerinnen und Musiker typisch sind und in der Praxis häufig vorkommen. Gleichzeitig wollen wir anhand der 10 Beispiele veranschaulichen, welche Haltungen mit der OMA-Idee kompatibel sind und welche nicht.

Verstanden? Dann werde Teil der OER-Community!

Du hast Open Educational Resources verstanden und möchtest dich für freies Lernen engagieren? Großartig! Alle Informationen darüber findest du auf der Seite Mitmachen.

Hilfe

Hilfe

Die Hilfe-Seite enthält

  • Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs)
  • Infos zu den privaten Räumen
  • Anleitungen zum Anlegen von Dokument und zur Arbeit mit den Plugins.

Du hast Fragen zu rechtlichen Aspekten? Dann schau bitte in die Kollektion Musik und Recht.