
OMA verstehen
Die Open Music Academy ist eine Plattform für freie Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources). Alles über die Philosophie hinter der OMA, zum Beispiel
- die Kultur des Teilens (Open Educational Practices) und
- wichtige Punkte rund um das Urheberrecht sowie Creative-Commons-Lizenzen
erfährst du im Folgenden. Die OMA-Community freut sich über dein Interesse!
Inhalt
Die Idee der Open Music Academy (OMA) besteht darin, Musikerinnen und Musikern die Gelegenheit zu geben, zusammenzuarbeiten und sich für eine bessere musikalische Bildung in unserer Gesellschaft zu engagieren. Sie ist inspiriert von Wikipedia und erfolgreichen Open-Source-Projekten, die zeigen, wie viel sich durch gemeinschaftliche Arbeit in der Gesellschaft verändern lässt. Die OMA hat das Ziel, den fachlichen Austausch zu fördern und die gemeinsame Arbeit allen Interessierten zur Verfügung zu stellen, um das Menschenrecht auf freie Bildung auch im Bereich der Musik zu unterstützen.
Die Idee der Open Music Academy lässt sich am besten Verstehen, wenn man sich ein Kontinuum vorstellt, an dessen einem Ende Offenheit und an dessen anderem Ende Exklusivität steht:
Offenheit | Exklusivität | |
|---|---|---|
| Programmierung |
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| Kunst |
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| Bildung |
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Lawrence Lessig, US-amerikanischer Jurist und Professor für Rechtswissenschaften an der Harvard Law School der Harvard University, wies bereits 2004 darauf hin, dass in der Debatte über die Extreme totale Offenheit und totale Kontrolle (bzw. Exklusivität) die Mitte nicht angemessen berücksichtigt werden würde:
Der gesunde Menschenverstand spricht für die Urheberrechtskrieger, weil die Debatte sich bisher zwischen Extremen bewegte: als großes Entweder-Oder zwischen Eigentum und Anarchie, zwischen totaler Kontrolle und unbezahlten Künstlern. Sind dies wirklich die Alternativen, die zur Wahl stehen, sollten die Krieger siegen.
Der Fehler liegt hier im Ausschluss der Mitte. Zwar gibt es in der Debatte Extreme, aber die Extreme sind nicht alles. Es gibt Leute, die an das maximale Urheberrecht glauben – »Alle Rechte vorbehalten« –, und andere, die das Urheberrecht ablehnen – »Keine Rechte vorbehalten«. [...]
Wir brauchen etwas dazwischen – weder »Alle Rechte vorbehalten« noch »Keine Rechte vorbehalten«, sondern »Manche Rechte vorbehalten« –, und somit eine Möglichkeit. Urheberrechte zu respektieren, zugleich aber Autoren in die Lage zu versetzen, Inhalte dort von Fesseln zu befreien, wo sie dies für angemessen halten.(1)
Open Educational Resources
Lessigs Gedanken lässt sich gut zwei Jahrzehnte später und angesichts einer verschärft geführten Debatte um das Urheberrecht eigentlich nichts hinzufügen. Der Jurist, der Initiator der Creative-Commons-Lizenzen war, hat damit eine Rechtsgrundlage für Projekte wie die Wikipedia und auch die Open Music Academy geschaffen. Denn was Open Educational Resources (OER) sind, lässt sich sehr einfach verstehen:
OER sind, was Urheber*innen mit einer Creative-Commons-Lizenz versehen haben.
Denn die Creative-Commons-Lizenzen garantieren Rechtssicherheit in der Nachnutzung und ermöglichen auf diese Weise Nachhaltigkeit in der Bildung. Die OMA stellt offen zugängliche, frei nutz- und veränderbare Lerninhalte rund um Musik bereit.
Nur in Ausnahmefällen wirst du urheberrechtlich geschützte Materialien auf der OMA finden, wenn z.B. Quellen im Rahmen des Zitatrechts (UrhG § 51) verwendet werden. Alle anderen Materialien wie z.B. die Einbindung von Musik über YouTube, zählen nicht zu OER, auch dann nicht, wenn sie über Links in OMA-Dokumente integriert worden und außerhalb der OMA kostenlos zugänglich sind. Die OMA hostet diese Inhalte nicht und Aufrufe werden außerhalb der OMA registriert. Mit deiner Einwilligung zu den Cookies hast du z.B. der Nutzung von YouTube-Inhalten zugestimmt. Es ist bedauerlich, dass Links auf YouTube notwendig sind, jedoch nur auf diese Weise ist es aktuell möglich, im Rahmen von OER urheberrechtlich geschützte Musik (z.B. Popsongs) zum Thema zu machen.
In den öffentlichen Bereich darfst du nur Materialien unter Creative-Commons-Lizenz hochladen. Das Lizenz-Tag »Alle Rechte vorbehalten« ist lediglich dafür gedacht, urheberrechtlich geschütztes Material zu kennzeichnen, das du im Rahmen des Zitatrechts (UrhG § 51) verwenden möchtest. Wenn du jedoch dieses Tag vergibst, solltest du sehr genau wissen, was du tust. Denn falls du dich irrst, kann das zivilrechtliche Konsequenzen haben und teuer werden!
Die Praxis in der Idee
Für diese Zusammenarbeit bietet die OMA dir ein einzigartiges Konzept aus öffentlichem Wiki und privaten Räumen. Öffentliche Materialien lassen sich schnell und einfach in einen privaten Raum kopieren, wo sie individuell angepasst und verwendet werden können. Werden die Materialien im privaten Bereich weiterentwickelt, können sie anschließend allen Menschen im öffentlichen Bereich wieder zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass diese Materialien mit der CC-BY-SA-Lizenz (Standard-Lizenz der OMA) kompatibel sind. Die Abbildungen veranschaulichen das mögliche Zusammenspiel der beiden Bereiche:
Wenn du dich auf der OMA aktiv beteiligen möchtest, solltest du vorher einige Dinge bedenken. Die wichtigsten sind:
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A: Du engagierst dich primär aus einem sozialen Impuls heraus. Das heißt unter anderem, dass du für dein soziales Engagement auf der OMA kein Geld erwartest.
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B: Du freust dich darüber, wenn deine Leistungen von anderen angenommen, verbessert, aktualisiert und weiterentwickelt werden, weil du an die Kraft der Zusammenarbeit einer Community glaubst.
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C: Du bist bereit anzunehmen, dass deine Leistung als Urheber oder Urheberin lediglich Teil einer Kette von Leistungen ist. Du integrierst dich in die Menge der Teilgebenden, auch wenn dein Beitrag vielleicht der Kopf dieser Kette ist. Deine Leistung ist über die Versionshistorie auf der OMA dokumentiert, und damit bist du zufrieden.
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D: Du machst keine Änderungen einfach rückgängig, wenn dein Beitrag durch andere begründet verändert worden ist. Wenn du nicht einverstanden bist, versuchst du, den Grund der Änderung zu verstehen und kannst mit daran arbeiten, dass die verschiedenen Sichtweisen auf ein Thema geordnet und verständlich werden. Wenn du dabei etwas Fachliches mit einem anderen Mitglied der Community diskutieren möchtest, kannst du dafür auch die Kommentarfunktion im Fußbereich der Dokumente verwenden.
Probleme in der Praxis: Fragen & Antworten
Die folgenden Fragen und Antworten sollen helfen, Probleme zu veranschaulichen, die erfahrungsgemäß für Musikerinnen und Musiker typisch sind und in der Praxis häufig vorkommen. Gleichzeitig wollen wir anhand der 10 Beispiele veranschaulichen, welche Haltungen mit der OMA-Idee kompatibel sind und welche nicht.
Verstanden? Dann werde Teil der OER-Community!
Du hast Open Educational Resources verstanden und möchtest dich für freies Lernen engagieren? Großartig! Alle Informationen darüber findest du auf der Seite Mitmachen.
Hilfe
Hilfe
Die Hilfe-Seite enthält
- Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Infos zu den privaten Räumen
- Anleitungen zum Anlegen von Dokument und zur Arbeit mit den Plugins.
Du hast Fragen zu rechtlichen Aspekten? Dann schau bitte in die Kollektion Musik und Recht.