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Musikalische Analyse und ihre Methoden

Inhalt

Theorie und Praxis

Einstieg

Schreibe jeweils drei Stichworte auf, an die du denkst, wenn du die Begriffe Theorie und Praxis hörst:

Ansichten der Forschung

Andreas Lehmann-Wermser und Anne Niessen (Musikpädagogik), Hans Aebli (Entwicklungspsychologie) und Niklas Luhmann (Soziologie) haben Standpunkte zu den Begriffen Theorie und Praxis formuliert:

Aufgaben

  • Organisiert euch in drei Gruppen, lest euch in jeder Gruppe jeweils eine der drei Standpunkte aus der Musikpädagogik, Entwicklungspsychologie und konstruktivistischen Systemtheorie zum Thema durch.
  • Diskutiert in der Gruppe kurz eurer Verständnis des jeweiligen Standpunkts.
  • Formuliert für alle Teilnehmenden des Kurses eine kurze Zusammenfassung des jeweiligen Standpunkts (in wenigen Sätzen!). Gebt abschließend ein Statement ab, ob euch der Standpunkt überzeugt hat oder nicht.
  • Diskutiert vor dem Hintergrund der gelesenen Texte die folgenden Gegenstände
    • methodisch kontrolliert Musik analysieren,
    • Musik hören,
    • Musik spielen und
    • Musik denken (Audiation).

Verarbeitungen im Gehirn

Herbert Bruhn schreibt in der Musik in Geschichte und Gegenwart im Stichwort Gehör:

Zentrales Kriterium für die bisher beschriebene 2. Ebene der Informationsverarbeitung ist, daß Prozesse und Repräsentationen bewußt sein können, aber nicht bewußtseinspflichtig sind (dazu auch E. Scheerer 1993, S. 154f.). Prozesse dieser unteren Verarbeitungsebene können parallel zueinander ablaufen: Man kann gleichzeitig hören und sehen. Man kann auf eine Melodie hören und die Nebenstimmen gleichzeitig wahrnehmen. Man kann Musik wahrnehmen, über ein Problem nachdenken und gleichzeitig auf Geräusche in der Umgebung aufmerksam werden. Die Parallelverarbeitung läßt den Eindruck einer ganzheitlichen Wahrnehmung entstehen (vgl. R. M. Warren 1993, S. 47), die nicht durch schnelles Richten (time-sharing) der Aufmerksamkeit möglich wird, sondern eher die übliche Form der Wahrnehmungsverarbeitung darstellt.
Eine qualitative Veränderung ist zu registrieren, wenn Prozesse bewußtseinspflichtig werden: Die Richtung der Aufmerksamkeit macht eine strenge Seriellität notwendig

Herbert Bruhn, Art. Gehör, Musikpsychologische Aspekte, Verarbeitungsebenen, in: MGG Online, hrsg. von Laurenz Lütteken, Kassel, Stuttgart, New York, ff., online veröffentlicht 2016

Unabhängig davon, was im einzelnen getan wird, ist man sich in der Psychologie sicher, dass es einen qualitativen Umschlag im Handeln gibt, wenn Prozesse im Gehirn bewusstseinspflichtig werden.

Aufgaben

Diskutiert, welche der oben bereits genannten Handlungen bewusstseinspflichtig sind:

  • methodisch kontrolliert Musik analysieren,
  • Musik hören,
  • Musik spielen und
  • Musik denken (Audiation).