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Initialkadenz
Von der Secund Nr. I (S. 6)
Unter den Abschnitt Von der Secund wird in den Übungen zum Generalbass von Michael Haydn eine Wendung gelehrt, die als Satzmodell heute unter dem Namen Initialkadenz bekannt ist. Als Initialkadenz wird im musiktheoretischen Diskurs eine Form der Kadenz bezeichnet, die aus einer Tenorklausel, einer Überterzung der Tenorklausel sowie einer Sopranklausel besteht. Aufgrund ihrer geringen Schlusswirkung, die aus der Sopranklausel im Bass (und einer fehlenden Bassklausel) resultiert, findet sich Initialkadenzen sehr häufig in der Formfunktion des Anfangens.
Eine phrygisch Halbschlusswendung
Von der Secund Nr. 2. (S. 6–7)
Die zweite Übung ist der ersten grifftechnisch ähnlich. An Vorzeichnung und Bezifferung lässt sich sehen, dass sie jeweils mit einem dominantischen Akkord beginnen und enden. Dazwischen erklingt eine Kadenz, die sich aufgrund der kleine Sekunde als phrygisch verstehen lässt.
Hinsichtlich der Bezifferungen in den Übungsbeispielen Nr. 2 fallen zwei Dinge auf:
- Aus moderner Sicht fehlen einige Bezifferungsangaben. Welche Gründe könnten das Fehlen der Ziffern erklären?
- In den Halbschlusswendungen verwendet Michael Haydn die Vorzeichen der Zieltonart. Nur einer Tonart weicht davon ab: F-Moll. Hier Notiert Haydn das ♭ vor dem d nicht als Generalvorzeichen, sondern nur im Generalbass. Welche Gründe könnte hierfür verantwortlich sein?
