Elvis Presley – Vier Stationen in seinem Leben ( ~ 4 Stunden)

Aufgaben zu dieser Unterrichtseinheit fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler finden Sie hier.

In folgender Unterrichtseinheit werden vier verschiedene Momente aus Elvis Presleys Leben (1935–1977) gegriffen. Ziel ist es, den Musiker sowie das Timbre seiner Stimme kennenzulernen, seine Erfolgsgeschichte einzuordnen und mit der heutigen Zeit zu vergleichen.
Die vier Stationen sind jeweils als eine Unterrichtsstunde zu sehen, wobei eine aktive und wissbegierige Klasse durchaus diesen Zeitrahmen sprengen kann. Ein Arbeitsblatt zur Verschriftlichung der wichtigsten Informationen oder Ergebnisse ist hier zu finden.

1 Kennenlernen des Musikers / Höranalyse
In der ersten Unterrichtsstunde soll ĂŒber Presleys erste Studioaufnahme (Geschenk fĂŒr seine Mutter/Studio fĂŒr Farbige) BezĂŒge zu den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern hergestellt werden. Meist gelingt es, mit der ErzĂ€hlung dieser beiden "guten" Taten Presleys die Neugier zu wecken.
Der geschichtliche Kontext kann im UnterrichtsgesprÀch reflektiert und Höranalysen bspw. in Tabellenform an der Tafel festgehalten werden.

2 Analyse und Einordnung seines Tanzstils
Über die Analyse seiner Tanzbewegungen werden BezĂŒge zur amerikanischen Geschichte wichtig. Doch auch der Song (12-taktiges Bluesschema/Formanalyse) kann analysiert werden.

3 Analyse eines Musikvideos
Jailhouse Rock ist eines der ersten, wenn nicht sogar "das erste" Musikvideo. Durch Analyse und Kontextualisierung kann es gelingen, den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern ein wichtiges Dokument nĂ€her zu bringen.

4 Gesangstechnik und Timbre
In dieser Unterrichtsstunde rĂŒcken kurze Ausschnitte aus den Songs von Elvis Presley in den Blick, bei denen man Besonderheiten seiner Stimme, seiner Stimmtechnik oder seines Timbres beobachten kann.

1 Kennenlernen des Musikers

- A star is born -

1954 ging ein weißer junger Mann, der sich ĂŒber die unterschiedlichen Hautfarben hinwegsetzte, zu einem Aufnahmestudio in Memphis, in das hauptsĂ€chlich Farbige gingen. Er wollte fĂŒr einige Dollar eine eigene Platte aufnehmen und diese seiner Mutter schenken. Der Besitzer des Studios hörte zufĂ€llig zu, nahm die fertige Aufnahme, trug sie zu einer Radiostation. Deren Sender spielte das Lied. Daraufhin kam eine Flut von Anrufen, sodass der Sender das Lied in der gleichen Sendung mehrmals spielen musste...

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Elvis Presley, That's All Right, 1954
Quelle: YouTube

Ob im UnterrichtsgesprĂ€ch oder als Partnerarbeit – es lohnt sich mit der Klasse der Frage nachzugehen, ob man auch heutzutage noch "ĂŒber Nacht" zum Star werden kann und welche Mechanismen hierfĂŒr verantwortlich sind. Dass Elvis beinahe ĂŒber Nacht zum Star wurde ist ein PhĂ€nomen, das es insbesondere heutzutage wieder gibt, da Plattformen wie YouTube es möglich machen sich ohne Plattenvertrag selbst einem weltweiten Publikum zu prĂ€sentieren.

Wie damals die Vermarktung bzw. der Verkauf von TontrĂ€ger aussah, ist gleichfalls ein gutes Thema fĂŒr ein UnterrichtsgesprĂ€ch, da Online-Plattformen sowie der heute beinah grenzenlose Zugang zu Musik den Blick auf damalige Verkaufsstrategien verwehren (Singles, A- und B-Seiten, Radiosender).

Höranalyse

Auf die B-Seite der Single nahm Elvis den Song „Blue moon of Kentucky" von Bill Monroe auf. WĂ€hrend Monroe den Song im Country- (bzw. Bluegrass-) Stil spielt und singt, erklingt bei Presley eine Rockabilly-Version. Die Unterschiede in Instrumentation, Tempo, Stimme, Aussprache, etc. lassen sich mit einer Klasse als Höranalyse gut erarbeiten.

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Blue moon of Kentucky gesungen von Bill Monroe
Quelle: YouTube

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Blue moon of Kentucky gesungen von Elvis Presley
Quelle: Youtube

2 Analyse und Einordnung seines Tanzstils: Elvis the Pelvis

1955 wurde Presleys Vertrag von dem Label RCA fĂŒr 40.000 $ ĂŒbernommen. Elvis sang hier mehrere Hits ein. Zum Beispiel auch Hound Dog, ein 12-Bar-Blues. 1956 folgte ein Live-Auftritt mit diesem Blues vor Kameras. Dieser Auftritt wurde von der konservativen Bevölkerungsschicht der USA heftig kritisiert.
Bei der Analyse des ersten Videos von Hound dog ist zu beobachten, dass die Bewegungen von Elvis "komisch" auf die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wirken: Seine "schlaksigen", "hampelnden" Bewegungen mit den Beinen sowie seine anzĂŒglichen HĂŒftbewegungen (hin zum MikrophonstĂ€nder) lösen oft Lachen aus. Im UnterrichtsgesprĂ€ch ist dann aufzuzeigen, dass die Ă€ltere bzw. konservative Bevölkerungsschicht in den USA von den anzĂŒglich erscheinenden Bewegungen irritiert und abgestoßen war. Sie formulierte, dass es die Jugend verderben könnte. Zudem sahen einige US-Amerikaner:innen in den unkontrolliert wirkenden Beinbewegungen Ähnlichkeiten zu den TĂ€nzen der Ureinwohner:innen Nordamerikas. Auch dies kam nicht gut an.
Die Jugend indes gab Elvis den Spitznamen "Pelvis" (ĂŒbersetzt: die HĂŒfte).

Hier der Live-Auftritt mit dem Song Hound Dog:

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Presleys erster Live-Auftitt im TV 1956 mit dem Song Hound Dog
Quelle: YouTube

FĂŒr den Sender bedeutete der Auftritt von Elvis Presley gute Einschaltquoten, also Geld. VerstĂ€ndlich, dass der Sender Elvis nicht aus dem Programm nehmen wollte. Allerdings wuchs der Druck aus der konservativen Gesellschaftsschicht, zu der wiederum Geldgeber des Senders zĂ€hlten. Elvis jedoch weigerte sich, seinen Tanzstil zu Ă€ndern oder fĂŒr den Auftritt einzustellen (siehe unten den Live-Auftritt bei Ed Sullivan). Somit griff der Sender zu einem Trick: Der Kameramann wurde angewiesen nur mehr den Oberkörper von Elvis zu zeigen. Im Video "Zweiter Live-Auftritt bei Ed Sullivan 1957" hört man deutlich das Publikum kreischen, wenn Elvis mit HĂŒftbewegungen tanzt, doch die Bewegung selbst kann man nur erahnen.

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Live-Auftritt in der Ed Sullivan Show, 1956
Quelle: YouTube

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Zweiter Live-Auftritt in der Ed Sullivan SHow, 1957
Quelle: YouTube

Übrigens: In dem Film Forrest Gump, in dem historischen Ereignisse in den USA auf tragikomische Weise miteinander verknĂŒpft werden, gibt es eine Szene, in der auf Elvis Presleys ersten Auftritt mit Hound Dod rekurriert wird.

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Elvis in einer Szene von Forrest Gump (1994)
Quelle: YouTube

Analyse eines Musikvideos: Elvis in Hollywood

Elvis war sehr gefragt im Fernsehen, er machte gute Quoten. So folgten erste Musikvideoproduktionen und ganze Musikspielfilme mit Elvis. Der in dieser Phase entstandene Song bzw. Film Jailhouse Rock (1957) wird als die Urform aller Musikvideos bezeichnet. Die Tanzszene wurde von Elvis selbst mit-choreographiert.

The first scene to be filmed was the title dance sequence to the song "Jailhouse Rock". Brett Farmer places the "orgasmic gyrations" of the dance sequence within a lineage of cinematic musical numbers that offer a "spectacular eroticization, if not homoeroticization, of the male image"; it has often been cited as Presley's greatest moment on screen.
(Quelle: Wikipedia, Abruf: 01.08.2019)

Auch bei diesem Song kritisierte eine konservative Bevölkerungsschicht Presleys Darstellung und seinen Auftritt. NatĂŒrlich spielten fĂŒr die Kritik wieder die vielen anstĂ¶ĂŸigen Bewegungen eine große Rolle. Doch gab es hier auch zwei andere Aspekte, die ihm vorgeworfen wurden:

  • LĂ€cherlichmachen der Obrigkeit: Tanz mit" offenen" GefĂ€ngnistĂŒren sowie der Darstellung von Nicht-AutoritĂ€t der GefĂ€ngniswĂ€rter
  • Darstellung von HomosexualitĂ€t: Tanz unter MĂ€nnern
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Elvis Presley, Jailhouse Rock, 1957
Quelle: YouTube

Trotz aller Kritik: Hollywood „entdeckte" Elvis als Leinwandliebling und Kassenschlager. Er spielte in vielen Filmproduktionen die Hauptrolle – oftmals mit vielen Gesangseinlagen. Unten ein Ausschnitt aus einer Hollywood-Produktion, die auf Elvis' Aufenthalt als GI in Deutschland anspielt.

Auf dieser Website ist eine Liste seiner Filmographie zu finden. Über die Filmplakate können HandlungsstrĂ€nge formuliert und miteinander in Beziehung gesetzt werden.

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Elvis Presley, Wooden Heart / Muss i denn aus dem StÀdele hinaus, 1960
Quelle: YouTube

4 Gesangstechnik und Timbre: Elvis the King

Ab 1965 orientiert sich Elvis musikalisch neu und ab 1970 folgen seine Konzertjahre.
Elvis' Erfolge auf BĂŒhne und Leinwand beruhten nicht nur auf seinem Aussehen, seinen Tanzbewegungen oder dem Willen von Musik- wie Hollywoodproduzenten, sondern insbesondere auf seiner Stimme. Elvis' Timbre ist außergewöhnlich und wird in der Regel sofort erkannt. Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sollen sich den Wikipedia-Artikel 2.1 Stimme und Gesangstechnik durchlesen und sich die dort genannten Stellen bei YouTube anhören. Ziel ist es, dass sie Elvis' Stimme immer besser kennen und eventuell beschreiben lernen. Spaß macht es einer Klasse, nach dieser Recherche-Einheit "Elvis Cover" auf YouTube zu suchen und die Unterschiede zu Elvis Stimme zu benennen. Insbesondere, was die sogenannten "Elvis Cover" verbessern könnten, ist fĂŒr die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler verbal oft greifbar.

Quiz

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit ist dieses Stimm-Quiz gedacht, bei dem die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler Elvis Presley nur anhand eines kurzen Ausschnitts erkennen sollen. Und das bei einem Song, den auch andere namhafte SĂ€nger aus verschiedenen Genres gesungen haben...

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1 - BLAU | YouTube

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2 - LILA | YouTube

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3 - GRÜN | YouTube

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4 - ORANGE | Quelle: YouTube

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5 - GELB | YouTube