So nimm denn meine Hände

Das geistliche Lied So nimm denn meine Hände gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Vertrauens- und Trostliedern der christlichen Tradition. Der Text stammt von der evangelischen Dichterin Julie Hausmann (1826–1901) und erschien erstmals 1862 in der Liedsammlung Maiblumen. Die heute gebräuchliche Melodie wurde 1874 von dem Komponisten Friedrich Silcher (1789–1860) übernommen bzw. nachträglich mit dem Text verbunden; sie geht ursprünglich auf ein Lied aus Silchers Sammlung Kinderlieder zurück und trug zur weiten Verbreitung des Liedes bei.

Bereits im späten 19. Jahrhundert verbreitete sich das Lied in zahlreichen evangelischen Gesangbüchern und wurde rasch zu einem der beliebtesten geistlichen Lieder im deutschsprachigen Raum. Seine Popularität beruht vor allem auf der schlichten, eingängigen Melodie und der emotional zugänglichen Sprache. Das Lied wurde auch über konfessionelle Grenzen hinweg aufgenommen und findet sich heute sowohl im evangelischen Gesangbuch (EG 376) als auch im katholischen Gotteslob (GL 896 bzw. regional).

Liturgisch wird das Lied vor allem in Kontexten verwendet, die Gottes Führung und Begleitung im Lebensweg thematisieren wie z.B. bei Trauergottesdiensten und Beerdigungen, bei Segnungsgottesdiensten (etwa zum Schulanfang oder zu besonderen Lebensübergängen) sowie in Andachten und Abendgottesdiensten, die Vertrauen und Hingabe an Gott in den Mittelpunkt stellen.

Inhalt

Chorsätze

vierstimmig

Ulrich Kaiser

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Text

1.) So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit.

2.) In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz
und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz.
Lass ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind:
es will die Augen schließen und glauben blind.

3.) Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht:
so nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich!

 

Zusatzstrophen (Autor unbekannt)

4.) Sei meines Fußes Leuchte im finstern Tal!
Du bist es, der verscheuchte all’ Sorg’ und Qual.
Folg’ ich dir kindlich gläubig auf schmalem Pfad,
so gibst du Kraft getreulich mir früh und spat.

5.) Wenn Leidenschaft und Lüste mein Herz durchziehn,
ich in des Lebens Wüste möcht’ von dir fliehn,
so bleib du, Gott, der Treue und geh mir nach!
Tränk liebreich mich aufs neue am Gnadenbach!