Methoden für das Üben von Akkordmodellen
Das Üben von Akkordmodellen hilft dir, typische Akkordverbindungen und stilistische Klangmuster kennenzulernen und gleichzeitig deine Griffsicherheit zu verbessern. Darüber hinaus kannst du diese Modelle gezielt nutzen, um weitere Bereiche deines Spiels – etwa Klanggestaltung, Handhaltung oder Timing – zu trainieren. Verwende das Spielen von Akkordmodellen daher regelmäßig als Warm-up beim Schupra-Üben.
Im Folgenden findest du Anregungen, worauf du deine Aufmerksamkeit beim Üben richten kannst. Zunächst jedoch...
Vor dem Üben
- Schalte dein Smartphone in den Flugmodus und lege es – wenn möglich – außer Reichweite, am besten in einen anderen Raum. (Mehr dazu, wie Smartphones unsere Aufmerksamkeit beeinträchtigen können, findest du hier.)
- Übe in festgelegten Zeitintervallen, zum Beispiel 25 Minuten Spielzeit und 5 Minuten Pause. Nutze dafür einen Timer (Stichwort: Pomodoro-Technik).
- Fokussiere dich zu Beginn, indem du die Augen schließt und ein paar bewusste Atemzüge nimmst (z.B. 5 Sekunden durch die Nase ein, 5 Sekunden Atempause, 5 Sekunden durch den Mund aus, insgesamt 5 mal – 5 x 5. Mehr zum bewussten Atmen findest du z.B. hier).
Aspekte für das Üben von Akkordmodellen
Die folgenden Aspekte sind in vier Kategorien eingeteilt: Körper, Klang, Geschwindigkeit und Groove. Spiele zunächst dein gewähltes Akkordmodell einige Male, bis du dich sicher fühlst. Wähle dann ein oder zwei Aspekte für dein Warm-up aus.
Körper
Spiele das Akkordmodell – gern im Loop – und…
- spüre den Kontakt deiner Füße mit dem Boden.
- beobachte deinen Atem.
- nimm den Kontakt deiner Sitzhöcker mit der Klavierbank wahr.
- achte auf die Fingerspitzen auf den Tasten.
- überprüfe die Haltung deiner linken und rechten Hand.
- bemerke mögliche Verspannungen in den Händen.
- beobachte deinen Fingersatz.
- schließe die Augen und spiele weiter.
Klang
Spiele das Akkordmodell im Loop und…
- höre bewusst auf den Klang im Raum.
- achte auf den Moment des Anschlags.
- konzentriere dich auf den jeweils tiefsten Ton.
- höre auf die Oberstimme.
- variiere den Klavierklang zwischen heller und dunkler.
- vergleiche den Klang mit und ohne Pedal.
- lausche dir selbst beim Spielen.
Geschwindigkeit
Spiele das Akkordmodell im Loop und…
- beginne in einem mittleren, angenehmen Tempo.
- halbiere das Tempo und spiele erneut.
- variiere die Notenwerte: erst Ganze, dann Halbe, dann Viertel, anschließend in umgekehrter Reihenfolge (421-Methode).
- starte sehr langsam und steigere das Tempo kontinuierlich.
- übe mit Metronom in verschiedenen Tempi in 10er-Schritten.
Groove
Spiele das Akkordmodell mit einem Begleitpattern im Loop und…
- kombiniere es mit einem passenden Drum-Groove.
- übe zum Metronom, auch auf Off-Beats oder den Backbeat.
- spiele die rechte Hand auf dem Klavierdeckel.
- steigere das Tempo allmählich (das Metronom führt die Temposteigerung an).
- entspanne dich beim Spielen.
Als Metronom-Apps eignen sich, unter vielen anderen, Soundbrenner und Soundcorset. Drum-Grooves findest du auf YouTube oder in der App Drum-Genius.