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Wissenschaftliches Arbeiten
Inhalt
Seminarverlauf
Besprechung des Textes von Niklas Luhmann aus: Das Erziehungssystem der Gesellschaft (= suhrkamp taschenbuch Wissenschaft 1593), hrsg. von Dieter Lenzen, Frankfurt a.M. 2002, S. 76–81 (im Reader zum Seminar S. 27–29) und der Zusammenfassungen.
Terminologie
Dauer: 60 Minuten
Arbeitsform: Gespräch
Schule
Dauer: 15 Minuten
Arbeitsform: Gespräch
Vereinfacht und zusammenfassend kann man sagen, dass Heinz von Foerster die Trivialisierung von Kindern durch schulische Erziehung kritisch und als Gefährdung von Kreativität und Eigenständigkeit sieht. Luhmann schließt an Foerster an, bewertet die sozialisierende Funktion von Schule allerdings nicht negativ. Denn wenn ein nicht-trivialer Mensch gelernt hat, sich trivial zu verhalten, ist er auch auf andere Formen organisierter Arbeit in der Gesellschaft vorbereitet und kann in die Gesellschaft entlassen werden. Die beiden folgenden Zitate sind Belege für die jeweilige Auffassung:
Heinz von Foerster und Bernhard Pörksen, Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker, Heidelberg 1998, S. 55. | Niklas Luhmann, Das Erziehungssystem der Gesellschaft, |
|---|---|
»Denken sie nur an den gesellschaftlichen Umgang mit Kindern, die sich – zu unserem Schrecken – vielfach auf eine nichttriviale Weise verhalten. Man fragt ein Kind: ›Was ist zwei mal zwei?‹ Und es sagt: ›Grün!‹ Eine solche Antwort ist auf eine geniale Weise unberechenbar, aber sie scheint uns unzulässig, sie verletzt unsere Sehnsucht nach Sicherheit und Berechenbarkeit. Dieses Kind ist noch kein berechenbarer Staatsbürger, und vielleicht wird es eines Tages nicht einmal unseren Gesetzen folgen. Die Konsequenz ist, dass wir es in eine Trivialisationsanstalt schicken, die man olliziell als Schule bezeichnet. Und auf diese Weise verwandeln wir dieses Kind Schritt für Schrill in eine triviale Maschine, das unsere Frage ›Was ist zwei mal zwei?‹ auf immer dieselbe Weise beantwortet.« | »Trivialmaschinen sind solche, die auf einen bestimmten Input mit
Hilfe einer eingebauten Funktion (der »Maschine«) einen bestimmten Output produzieren. Ein anderer Input würde, sofern
im Resonanzbereich der Maschine liegend, zu einem anderen
Output führen. [...] Trivialmaschinen sind zuverlässige Maschinen. |
Hausaufgabe
Hausaufgabe
- Lest »Funktionale Analyse und Systembegriff« von Wolfgang Ludwig Schneider, in: Grundlagen der soziologischen Theorie, Bd. 3: Sinnverstehen und Intersubjektivität – Hermeneutik, funktionale Analyse, Konversationsanalyse und Systemtheorie, 2. Aufl., Wiesbaden 2009, S. 52–55 (im Reader S. 21–24).
- Von zwei Personen:
- Erstellt eine kurze Zusammenfassung ohne KI und lasst sie anschließend von einer KI überarbeiten.
- Formuliere umgangssprachlich, in wenigen Sätzen und ohne Hilfe von KI eine persönliche Meinung, wie der Text auf dich gewirkt hat und wie du ihn inhaltlich fandest.
- Luhmann zum Nachhören:
Quelle: YouTube
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