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Bon Jovi – Livin' On A Prayer

Interpret: Bon Jovi
Erstveröffentlichung: 1986
Musik\Text: Desmond Child, Jon Bon Jovi, Richie Sambora
Produzenten: Bruce Fairbairn
Verlag: Mercury 830 264-2

Besetzung:

Vocals: Jon Bon Jovi
Gitarre, Talk-Box, Backings: Richie Sambora
Bass: Hugh McDonald (credited to Alec John Such)
Drums: Tico Torres
Keyboard, Backings: David Bryan

Inhalt

Der Song Livin On A Prayer wurde von Bon Jovi auf dem Album Slippery When Wet (1986) veröffentlicht und gilt als bekanntester Song der Band.

Zur Form

Formanalyse

Formal lässt sich Livin’ on a Prayer als Verse-Prechorus-Chorus-Form verstehen. Der Abschnitt vor dem Einsetzen des Gesangs ist zweiteilig, wobei der zweite Abschnitt aus dem äußerlich erweiterten Verse-Pattern besteht (Instrumental Verse). Weitere Besonderheiten sind ein Instr. Verse (Gitarre) und ein verkürztes Prechorus-Pattern(partial Prechorus) vor den transponierten Chorus-Wiederholungen am Ende des Songs.

Intro
Verse (instr.)
Verse
Prechorus
Chorus
Interlude
Verse
Prechorus
Chorus
Instr. Chorus
part. Prechorus
Chorus
Chorus
Chorus
--:-- / --:--

Quelle: YouTube

Harmonik

Formteil

Länge

Harmonik

Intro

Pad-Klang und 4 Takte

Riff (Em)

Verse (instr.)

8 Takte + 4 Takte

Em | Em | Em | Em | C | D | Em | Em | C | D | Em | Em ||

Verse

16 Takte

Em | Em | Em | Em | C | D | Em | Em :||

Prechorus

8 Takte

C D | D Em :|| C D | D Em D | C | D ||

Chorus

8 Takte

Em C | D | G C | D :||

Interlude

2 Takte

Em | Em ||

Instr. Chorus

8 Takte

Em C | D | G C | D | Em C | D | G C | Em

Prechorus

4 Takte

C D | D Em | C | D

Chorus

8 Takte

Gm E♭ | F | B♭ E♭ | F :||

Eine Besonderheit ist die mediantische Aufwärtstransposition der letzten drei Chorus-Abschnitte von Em nach Gm. Vermittelt wird diese Rückung durch die Modifikation der dominanten Popformel C-D-Em, indem das mittige D-Dur dominantisch nach Gm aufgelöst wird (C-D-Em → C-D-Gm). Der dramaturgische Effekt dieser mediantische Rückung ist charakteristisch für die Rocksongs von Desmond Child,(1) z.B. in What It Takes (Aerosmith), Alive und What about Love (Meat Love), The Future Never Dies (Scorpions) oder Reason To Live (Kiss). Desmond Child war – neben Jon Bon Jovi und Richie Sambora – am Songwriting beteiligt.


Melodiestruktur

Auch die Melodiestruktur ist wesentlich für die Wirkung des Songs sowie der Formteile verantwortlich. Die Melodiephrasen im Verse beginnen auf dem g'', führen zuerst abwärts. Eine anschließende Bewegung führt zum Quintton der Tonart mit einer öffnenden Wirkung:

Der Prechorus weist demgegenüber eine andere Struktur auf. In ihm dominiert als Plateau der Ton e' wobei die letzte Phrase in eingestrichenes f♯ führt, das zum nachfolgenden g wie ein Leitton und zum Chorus hin öffnend wirkt:

Der Chorus beginnt wie der Verse auf dem g', weitet dann nach einer kleinen Abwärtsbewegung den Tonraum bis zum zweigestrichenen c, das den melodischen Höhepunkt des Songs bringt:

Die nachfolgende Skizze zeigt eine Übersicht über das MAterial der Melodie. Verse und Prechorus entfalten dabei eine pentatonische Wirkung (mit f' als Durchgangston), während im Chorus der Spitzenton c'' das Material zur e-dorischen Skala komplettiert:

Sound

Eine Besonderheit liegt im Gitarren-Riff, dass Richie Sambora mithilfe einer Talkbox spielt und der dem Song einen unverwechselbaren Klang verleiht. Die Keyboard-Effekte von David Bryans klingen im Intro nach einem Memorymoog.

Bruce Fairbairn, der den Song produziert hat, war einer der prägendsten Produzenten für Stadion-Rock und Arena-Hymnen der 80er und frühen 90er. Sein Sound ist prägnant, gekennzeichnet durch einen ›fetten‹ Gitarren- und Drum-Mix, große Chorus-Gestaltungen mit viel Punch für die Verwendung auf riesigen Bühnen. Neben den Alben Slippery When Wet und New Jersey (1988) für Bon Jovi hat er auch Permanent Vacation (1987), Pump (1989) und Get a Grip (1993) für Aerosmith, Balance (1995) für van Halen, Psycho Circus (1998) für Kiss, Flesh & Blood (1990) für Poison und Face the Heat (1993) für Scorpions produziert.