
Bindung
Lizenz: CC0-1.0
Bindung und Bedeutung – Der Verein für uns und unsere Mitglieder
Die Bindung an das Ensemble wird von vielen Akteur:innen als zentraler Aspekt für eine nachhaltige und langfristige Ensemblepraxis betrachtet. Die Verständnisse können sehr unterschiedlich sein:
Bindung ist Verbindlichkeit!
Echte Bindung ist, wenn man ordentlich proben kann, und alle da sind.
... und wenn sie nach 20 Jahren wieder zurück ins Dorf ziehen, und wir sie wieder im Ensemble spielen – dann haben wir sie wirklich erreicht!
So unterschiedlich kann Bindung ausgestaltet sein. Wir möchten euch motivieren, weiter zu denken und verschiedene Formen von Bindung zu identifizieren. Dafür haben wir einige Beispiele anhand von Ensembles zusammengestellt, in denen unterschiedliche Bindungsformen zum Ausdruck kommen.
Phase 1:
Nun seid ihr dran! Die folgenden Folien stammen aus verschiedenen Ensembles, in denen vier verschiedene Dimensionen von Bindung sichtbar werden. Verbindlichkeit, Proben, Engagement, Identität, aber auch langfristige Perspektiven und das Denken "Miteinander" spiegeln sich darin wider.
Verteilt die Portraits in der Gruppe und überlegt anschließend erst einmal allein:
- Wie schätzt ihr die Aussagen bezogen auf das Thema Bindung ein?
- Mit Blick auf die oben genannten Dimensionen: Welche Aspekte von Bindung zeigen sich jeweils?
- Welche ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen werden deutlich?
Ihr wollt zwei Runden durchlaufen? Dann könnt ihr anschließend noch einmal neue Portraits wählen.
Zeitumfang: 30 Minuten.
Phase 2
- Stellt euch nun eure "Fälle" gegenseitig vor.
- Welche Dimension von Bindung vermutet ihr hinter eurem Portrait? Teilen die anderen Gruppenmitglieder diese Einschätzung?
- Diskutiert im Anschluss gemeinsam:
- Wo liegen Gemeinsamkeiten, wo zeigen sich Unterschiede?
- Wo wären sich die Mitglieder dieser verschiedenen Ensembles gar nicht einig?
Zeitumfang: 30 Minuten.
Phase 3
1. Entwickelt ein aussagekräftiges Fallporträt, also eine Art Hintergrundgeschichte zu eurem Fall. Greift nun mindestens ein Ensemble heraus und überlegt gemeinsam: Wie könnte der Verein, aus dem die drei Ausschnitte stammen, aussehen?
- Welche Merkmale könnte er haben?
- Wie wird gearbeitet?
- Welche Stärken oder Schwierigkeiten könnte es im Miteinander in diesen Ensembles geben?
Beschreibt möglichst wertneutral – es geht nicht um ‚bessere‘ oder ‚schlechtere‘ Alltagspraxis. Entwickelt nun Hintergrundgeschichte, also das Fallportrait. Skizziert diesen in Stichpunkten.
2. Fallportrait analysieren: Nun wechselt in die Außenperspektive und schaut euch das Portrait an:
- Welche Stärken/Baustellen könnte der Verein haben?
- Wie wird im Verein gearbeitet?
- Welche ausgesprochenen und unausgesprochenen Einstellungen zu Verbindlichkeit liegen vor? Wie zeigen sie sich und welche Folgen haben sie möglicherweise im Alltag?
Ihr dürft darin Annahmen äußern. Lasst eurer Fantasie freien Lauf – seid kreativ! Versucht aber auch hier, nicht wertend zu sein: Möglicherweise laufen manche Dinge anders als im eigenen Ensemble. Bedenkt auch die Chancen dieser ‚Eigenheiten‘.
Skizziert das Fallportrait auf einem Bogen.
Zeitumfang: 20 Minuten.
Phase 4:
Nun widmen wir uns eurem Ensemble:
Überlegt, auch vor dem Hintergrund der vorgestellten Fälle, welche Aspekte von Bindung in eurem Ensemble vorkommen.
Versucht auch, euch in die Perspektive eurer Mitglieder hineinzuversetzen. Die folgenden Fragen können euch zum Nachdenken anregen:
- Wo seht ihr in eurem Ensemble Aspekte von Bindung, z. B. Bindung an die Menschen im Ensemble – Bindung durchs Musizieren – Bindung durch Einhalten von Regeln, Zuverlässigkeit etc.?
- Erinnert euch an die vorgestellten Fälle: Wo findet ihr in eurem Ensemble Dinge selbstverständlich, die in anderen Ensembles möglicherweise nicht selbstverständlich sind?
- Was sollte/könnte sich verändern – was würde das für die Zukunft Ihres Vereins bedeuten? Welche Hürden oder Chancen ergeben sich?
Haltet eure Notizen fest.
Zeitumfang: 30 Minuten.