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Wissenschaftliches Arbeiten

Inhalt

Ideen mit KI besprechen

Lernziele:

  • Du kannst den hermeneutischen Zirkel erklären und weißt um die Problematik von Hypothesen in der geisteswissenschaftlichen Forschung (nach H. Seiffert)
  • Du lernst mit KI über Prompts zu kommunizieren, ihr Anweisungen zu geben, Fragen zu stellen, Ergebnisse zu bewerten und Themen zu entwickeln.

Sitzungsverlauf

1. Einheit: Lesen und Verstehen

Dauer: 30 Minuten
Arbeitsform: Textvorlagen und Gespräch

Besprechung des Textes »Exkurs: Die Hypothese und er hermeneutische Zirkel« von Helmut Seiffert (in: Einführung in die Wissenschaftstheorie 2. Phänomenologie, Hermeneutik und historische Methode, Dialektik, München 1970, zit n. d. 9. Aufl. (= BSR 61) ebd. 1991, S. 129–131 (im Reader zum Seminar S. 5 f.) sowie der Zusammenfassungen.

Prompten

2. Einheit: Kommunizieren mit KI

Kontext ist alles ....

Flipper., Lizenz: CC0-1.0
Achtung: Markenrechte beachten!

Aus einem Fehlersuche-Chat (mit Spracheingabe und -erkennung):

Frage: [...] Der Flipper läuft jetzt, aber wir haben ein elektrisches Brummen, hör mal [Video hochgeladen mit Sound] [...]
KI: Ich habe die Tonspur des Videos ausgewertet. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Das Brummen hat einen sehr starken Anteil bei etwa 100 Hz, außerdem deutliche Oberwellen bei ungefähr 200, 300, 400 und 500 Hz. Das passt sehr gut zu einem netzteilbedingten Brummen [...] Für einen kurzen Funktionstest würde ich es so machen: einschalten und beobachten. Wenn alles normal läuft und kein ungewöhnlicher Geruch, Rauch, Knistern, starke Erwärmung oder sonstiges auffälliges Verhalten auftritt, könnt ihr die Spielfunktion kurz testen [...]
Frage So, wir haben jetzt eine Weile gespielt und es riecht auch nicht, haben allerdings den Ton abgestellt. Müssen wir Angst haben, dass der Flipper kaputt geht?
KI: Für heute würde ich den Flipper nach dem Spielen normal ausschalten und, wenn ihr fertig seid, den Netzstecker ziehen. Die abgezogenen Lautsprecherkabel könnt ihr für die nächste Fehlersuche so lassen, solange die Kontakte nichts Metallisches berühren. Beim nächsten Mal machen wir mit dem Multimeter weiter und prüfen die Audioelektronik systematisch. Schönen Abend euch – immerhin wissen wir inzwischen schon deutlich besser, wo wir suchen müssen.

Nach dem Abendessen und einer weiteren Runde Flippern, neuer Chat:

Frage: Ohne Sound haben wir jetzt gespielt seit dem letzten Chat und der riecht auch nicht. Ist das in Ordnung?
KI: Meinst du, dass ihr seid dem letzten Chat ohne Ton gespielt habt und er auch nicht riecht? Wenn ja, sag mir bitte noch kurz: Geht es um euren Hund, ein Baby oder etwas anderes? Dann kann ich dir sagen, ob das so in Ordnung ist.

Recherchieren

Dauer: 60 Minuten
Arbeitsform: Arbeit mit Pro-Accounts von ChatGPT (OpenAI), Claude (Anthropic) und Gemini (Google LLC)

  • Was steht in den AGBs der KI
  • Zitationsstile (Richtlinien (für Formatierungen und Quellenangaben)
  • Bewertung von Quellen (z.B. Wikipedia)

Ideenfindungen

KI-Systeme können nicht nur Fragen beantworten. Man kann sie auch als Gesprächspartner nutzen, um aus einer vagen Idee ein bearbeitbares Thema für eine wissenschaftliche Arbeit zu entwickeln und dabei Schwierigkeiten zu entdecken, Alternativen zu finden oder die eigenen Denkrichtungen infrage zu stellen. In den folgenden Aufgaben geht es deshalb nicht darum, möglichst gute Antworten zu erhalten. Beobachtet vielmehr, wie sich eure eigenen Gedanken durch das Gespräch verändern.

  • Aus einer vagen Idee wird eine Fragestellung
    Beginnt mit einem Thema, das euch interessiert, aber noch keine wissenschaftliche Fragestellung besitzt (zum Beispiel: ich interessiere mich für Filmmusik, Barockmusik etc. Ich mag besonders Musik von Reger, Orgelmusik etc.). Bittet das KI-System nicht, euch einfach Forschungsfragen vorzuschlagen. Führt stattdessen ein Gespräch. Das System soll euch durch Fragen helfen, etwas mehr über ein geeignetes Thema herauszufinden. Dazu ist es hilfreich, der KI zu erzählen
    • was euch an dem Thema eigentlich interessiert,
    • was ihr bereits darüber wisst,
    • welche Beobachtungen ihr gemacht habt,
    • welche Aspekte ihr untersuchen könntet,
    • wie lang die Arbeit werden soll und
    • in welchem Studiengang und für welche Prüfung sie geschrieben werden soll.
  • Reflektiere anschließend, welche Ideen von dir kamen und welche erst durch die Fragen oder Vorschläge des KI-Systems entstanden sind.

Hausaufgabe

Hausaufgabe

  • Lest den Text »Die sprachliche Erschließung der Welt« von Wilhelm Kamlah und Paul Lorenzen, in: Logische Propädeutik. Vorschule des vernünftigen Redens (=Hochschultaschenbücher Bibliographisches Institut 227/227a), Mannheim 1967, S. 45–49 (im Reader zum Seminar S. 7–9).
  • Von zwei Personen:
    • Erstellt eine kurze Zusammenfassung ohne KI und lasst sie anschließend von einer KI überarbeiten.
    • Formuliere umgangssprachlich, in wenigen Sätzen und ohne Hilfe von KI eine persönliche Meinung, wie der Text auf dich gewirkt hat und wie du ihn inhaltlich fandest.

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